Konfigurator, der Fertigungsdaten erzeugt statt nur Bestellungen
Ein Fertigungsbetrieb verkauft großformatige Zuschnitte nach Maß. Am Ende müssen Daten herauskommen, mit denen Druckmaschine und Fräse ohne Nacharbeit arbeiten.
Eingesetzte Leistungen
Ausgangslage
Ein Fertigungsbetrieb verkauft großformatige Zuschnitte nach Maß. Jedes Stück hat eigene Abmessungen, ein eigenes Material und häufig Ausschnitte sowie Ecken und Kantenbearbeitungen. Über einen Standardshop lässt sich das nicht verkaufen. Der Kunde muss sehen, was entsteht, der Preis muss sich aus der Konfiguration ergeben, und am Ende müssen Daten herauskommen, mit denen Druckmaschine und Fräse ohne Nacharbeit arbeiten. Genau daran scheitern die meisten Konfiguratoren, weil sie bei der Bestellung aufhören.
Lösung
Ich habe die Anwendung mit Next.js gebaut und die Ausgabe als eigenständigen, vertraglich festgeschriebenen Teil behandelt. Aus jeder Konfiguration entstehen pro Werkstück zwei einseitige PDFs: eine Prüfdatei für Menschen mit Bemaßung und Hilfslinien, und eine Maschinendatei, die ausschließlich Schnittkonturen als Striche enthält, ohne Bild, Füllung oder Beschnittmaske. Die Schnittkontur liegt in einer Sonderfarbe, deren Alternativfarbraum ein eingebettetes CMYK Profil nutzt, weil die Rasterverarbeitung sie sonst nicht als Schnittpfad erkennt. Millimeter werden ohne Zwischenrundung in PDF Punkte umgerechnet, alle Koordinaten einheitlich normiert, Endformat und Anschnitt getrennt gesetzt. Ob Schnittmarken erzeugt werden, entscheidet eine Regel und nicht der Bediener, unter anderem abhängig vom Material und vom Abstand zum Materialmaximum. Vor dem Absenden prüft eine zentrale Validierung Materialgrenzen, Randabstände und fertigungsbedingte Mindestradien für Innenecken. Ein automatisch erzeugter Qualitätsbericht hält die effektive Druckauflösung je Motiv fest, damit eine Reklamation aus dem Auftragspaket heraus beantwortet werden kann.
Ergebnis
Bestellungen gehen als fertige Fertigungsdaten in die Produktion. Bis die Ausgabe in der realen Maschinenkette ohne Nacharbeit lief, waren acht dokumentierte Fassungen nötig.